Philip Roth: Amerikanisches Idyll

Amerikanisches Idyll von Philip Roth
Anfangs dachte ich, ich müsse Sportberichte lieben, um dieses Buch zu lieben. Doch die anfänglichen Berichte über Footballspiele und Baseballspiele sind nichts weiter als eine Lupe. Sie ist gen Himmel gerichtet und blitzt in der Sonne. Sehr liebevoll fängt sie die warmen Strahlen ein, um sie zu bündeln und gen Boden zu werfen.
Unter meinen Füßen trockenes Gras. Es knirscht, wirkt vertraut, beruhigend, heimatlich.
Es steigt Rauch auf.
Die kleine Flamme greift nach dem Heuballen, der wenige Meter vor mir liegt. Sie erobert den Stall, die Kühe, den Ochsen, das Haus, den Himmel…
man zündet sich eine Zigarette an und begreift. Begreift, dass das Feuerzeug in der Hand, die Kerze auf dem Tisch, der Fön im Bad, der Trockner im Keller, der Bauch der Katze, die Hand der Mutter, die Wange des Mannes das Gleiche ist. Exakt Dasselbe. Es ist nahezu unmöglich, diesem Strudel zu entfliehen. Und es ist es wert.

