Stephen Fry: Der Sterne Tennisbälle

Stephen Fry: Der Sterne Tennisbälle
Du hast keine schwarze Seele? Oh doch, Du hast sie! Wenn irgendetwas wirklich Spass macht und die dunkelsten Seiten in Dir hervorbringt, dann ist es dieses Buch!
Man hasst sie alle, diese Protagonisten, und wünscht Ihnen die Pest an den Hals. Und doch ist alles verständlich und nachvollziehbar und okay, denn die jeweiligen Gegenspieler kann man ja auch nicht leiden. Sogar der liebe, tolle Ned Madstone entwickelt sich verherrend – zunächst schnürrt es dem Leser die Kehle zu, all diese Ungerechtigkeit gegen ihn mitansehen zu müssen.
Man möchte eingreifen, einschreiten und heldenhaft für Recht und Ordnung sorgen. Und auch wenn man Ned nicht ganz so verachten kann wie den Rest des Haufens, am Ende ist das leere und unbefriedigende Gefühl, dass er menschlich nicht weitergekommen ist als sie. Doch, klar, es ist ja zu verstehen, aber…
Auf dem Buchrücken ist eine Kritik des “Tagesspiegel” abgedruckt, die besagt: “Nach diesem Roman nimmt man sich vor, ein besserer Mensch zu werden.” Das trifft es nicht ganz. Man ist andauernd der bessere Mensch! Und in dem Moment, indem man sich selbst dabei ertappt, sich feixend und selbstverliebt den Bauch zu streicheln, erkennt man, dass man fief im Inneren die niedere Schmeißfliege finden kann. Eben wie bei allen anderen auch.
Dieses Buch vollbringt ein Kunststück: man lacht Tränen, man weint Tränen, man hat einen Kloß im Hals, man ist schockiert, wütend, befriedigt, unbefriedigt, bösartig, gemein, mitfühlend und hingerissen. Einfach nur hingerissen.

