Heute haben wir endlich Bert und Rosi besucht, unsere Patenkinder! Alex’ Schwester Ulrike hatte die wunderschöne Idee, uns zur Hochzeit die Patenschaft für zwei Pinguine im Hagenbeck Zoo in Hamburg zu schenken. Wir waren auch rechtzeitig zur Schaufütterung da, leider waren wir absolut chancenlos, Bert und Rosi zwischen all den Pinguinen als die “unseren” zu identifizieren. Selbst der Pfleger konnte uns nicht weiterhelfen, aber er veriet uns, dass es eine echte Pinguin-Kennerin im Publikum gibt, die wir fragen können. Leider war sie heute nicht da, aber das nächste Mal werde ich sie interviewen, bei welchen beiden Tierchen denn nun mein Mutterinstinkt am heftigsten anschlagen sollte.
Zum Hagenbeck an sich: als Neuhamburger war ich ja zum ersten Mal im Hagenbeck und ich muss sagen, ich bin ernsthaft begeistert! Schön zu sehen, dass die Tiere ausreichend Platz haben und ein schönes Gehege. In Saarbrücken habe ich auch gerne die Raubkatzen im Zoo besucht, doch wenn man die beiden Tierparks miteinander vergleicht, wird einem die Armut des Saarlandes überdeutlich bewußt. Da haben die Tiere hier es schon schöner – und das ist förderungswürdig. Daher: wenn Du zum Beispiel noch kein Weihnachtsgeschenk hast, denk doch mal über eine Tierpatenschaft oder eine Jahreskarte beim Hagenbeck nach! Das Gleiche gilt natürlich für den Zoo Saarbrücken, wo jede Hilfe willkommen ist.
Anbei noch ein kleines Filmchen zum heutigen Ausflug:
Bundestagswahl 2009 – morgen ist es soweit: wir haben die Möglichkeit, aktiv ins Geschehen einzugreifen, statt nölend vor der Glotze zu sitzen. Und das sollten auch alle tun! Im Hinblick auf die Bundestagswahl 2009 morgen habe ich beschlossen, einmal einen kurzen Text über unser Wahlsystem und die Frage nach Erst- und Zweitstimme zu schreiben. Es ist ja nicht so, dass jemand zugeben würde, dass er das nicht wirklich versteht, aber es ist auch nicht so, dass alle es wirklich verstehen
Zum Thema komme ich gleich, allerdings ist mir bei der Recherche etwas aufgefallen, was mir deutlich missfällt: die Rechten sind bei Google zur Keywordphrase “Erststimme Zweitstimme” auf Seite 1! Nun könnte man natürlich sagen, dass die Zielgruppe der rechten Parteien basale Erklärungen auch durchaus gut gebrauchen kann, aber wie gesagt: so richtig gut Bescheid wissen gar nicht so viele. Und daher wäre es durchaus sinnvoll, etwas mehr für die politische Bildung zu tun, dementsprechend im Netz vertreten zu sein und dieses Feld nicht den rechten Parteien zu überlassen. Kurz: SEO for democracy! Sollte sich einer der mitlesenden SEO-Kollegen angesprochen fühlen: hau rein, Digga!
Nun aber Tacheles: Erststimme und Zweitstimme sind, vereinfacht ausgedrückt, die Personenstimme und die Parteistimme. Wobei die Zweitstimme bedeutend wichtiger ist als die Erststimme. Ich verstehe bis heute nicht, warum man dieses System nicht auch nach Priorität benannt hat, aber vielleicht kommt das ja noch irgendwann. Also nochmal: die Erststimme ist nicht so wichtig wie die Zweitstimme. Warum? Nun, mit der Erststimme wählt man seinen Direktkandidaten, die Zweitstimme geht an die Partei direkt und an deren Listenkandidaten.
Mit der Erststimme wird die Direktwahl getroffen. Die Kandidatinnen und die Kandidaten, die in einem Wahlkreis die Mehrheit der Erststimmen erhalten, sind gewählt.
Für die Wahl zum 16. Deutschen Bundestag ist die Bundesrepublik Deutschland in 299 Wahlkreise aufgeteilt. Somit werden 299 Abgeordnete in Direktwahl über die Erststimme gewählt. Sie erringen ein sogenantes Direktmandat. Für die Kräfteverhältnisse der Parteien im Bundestag ist jedoch die Zweitstimme ausschlaggebend.
Nach dem Verhältnis der gültigen Zweitstimmen wird der Anteil der Abgeordnetenmandate festgelegt, der auf eine Partei entfällt. Von diesen Gesamtmandaten einer Partei werden die Direktmandate abgezogen, die die Partei bereits errungen hat. Nur die übrigen Mandate werden an die Kandidaten auf den Landeslisten der Partei gegeben.
Die Zweitstimme entscheidet deshalb darüber, wie stark eine Partei im Parlament vertreten ist.
Also dann: viel Spaß beim Wählen und anschließenden Fernsehen morgen! Holt die Chips und das Bier raus, es ist Wahl!
Du hast keine schwarze Seele? Oh doch, Du hast sie! Wenn irgendetwas wirklich Spass macht und die dunkelsten Seiten in Dir hervorbringt, dann ist es dieses Buch!
Man hasst sie alle, diese Protagonisten, und wünscht Ihnen die Pest an den Hals. Und doch ist alles verständlich und nachvollziehbar und okay, denn die jeweiligen Gegenspieler kann man ja auch nicht leiden. Sogar der liebe, tolle Ned Madstone entwickelt sich verherrend – zunächst schnürrt es dem Leser die Kehle zu, all diese Ungerechtigkeit gegen ihn mitansehen zu müssen.
Man möchte eingreifen, einschreiten und heldenhaft für Recht und Ordnung sorgen. Und auch wenn man Ned nicht ganz so verachten kann wie den Rest des Haufens, am Ende ist das leere und unbefriedigende Gefühl, dass er menschlich nicht weitergekommen ist als sie. Doch, klar, es ist ja zu verstehen, aber…
Auf dem Buchrücken ist eine Kritik des “Tagesspiegel” abgedruckt, die besagt: “Nach diesem Roman nimmt man sich vor, ein besserer Mensch zu werden.” Das trifft es nicht ganz. Man ist andauernd der bessere Mensch! Und in dem Moment, indem man sich selbst dabei ertappt, sich feixend und selbstverliebt den Bauch zu streicheln, erkennt man, dass man fief im Inneren die niedere Schmeißfliege finden kann. Eben wie bei allen anderen auch.
Dieses Buch vollbringt ein Kunststück: man lacht Tränen, man weint Tränen, man hat einen Kloß im Hals, man ist schockiert, wütend, befriedigt, unbefriedigt, bösartig, gemein, mitfühlend und hingerissen. Einfach nur hingerissen.
Ela ist zu Besuch. Anlass genug, Euch einmal die schönste Frauenstimme in meinem Leben vorzustellen. Hörbeispiel ist Eugene von Zwischentöne, eine Band, die es leider nicht mehr gibt (warum lösen sich gute Band immer auf? DAMN!). Bitte stört Euch nicht an der Optik des “Videos”, wenn ich mal etwas Zeit habe, wird das optisch gepimpt. Bis dahin: reinhören und genießen!