Der Himmel gehört den Männern
Als Beraterin bin ich etwa einmal pro Monat über den Wolken. Und ich kann sagen: nur Nicht-Fliegen ist schöner! Nein, ich bin wirklich kein sehr großer Freund von totalem Kontrollverlust und nach wie vor der Meinung,
dass der psychische Stress des Fliegens doch wenigstens im darauffolgenden Blick aufs Meer und Cocktails am Strand münden sollte. Doch, wie man hier im Norden sagt: nützt ja nichts. Zumindest hat das ständige die-Republik-durchqueren den Vorteil, dass ich meine rudimentär vorhandene Flugangst mittlerweile vor lauter Starts und Landungen selbst kaum noch ernst nehmen kann.
Interessant ist die Fliegerei allemal. Und bei meinen Ausflügen ist mir eine Sache aufgefallen, der ich heute mal etwas genauer auf den Grund gehen will: Fluggäste lieben attraktive Stewardessen.
Man sagt ja, Stewardessen sollten hübsch sein, da hübsche Menschen eine beruhigende Wirkung auf andere haben. Das ist auch der Grund, warum die meisten Nachrichtensprecherinnen noch bis vor einigen Jahren ausschließlich blond waren. Blond und weiblich bedeutet: Good News. Und die Bad News wirken weniger blutig. Das lasse ich gerne mal so stehen, wenn mir auch viele Männer, die unter blonden Diven zu leiden haben, jetzt gerne vehement widersprechen würden. Und andere, die blonde Frauen mögen,
mir sagen würden, dass von Beruhigung nicht im Entferntesten die Rede sein kann.
Doch wie dem auch sei, zurück zum eigentlichen Sujet. Der Grund für überwiegend weibliche Flugbegleiter ist meiner Meinung nach bedeutend banaler, als uns die Psychologie weis machen will: Fluggäste sind Männer. Zumindest wenn man innerdeutsch, also mit der typischen Aktenkofferbrigade unterwegs ist.
Dieser rein subjektiven und unwissenschaftlichen Empfindung wollte ich heute eine ebenso unwissenschaftliche Untersuchung gegenüberstellen, ein Luxus, den man sich als privater Blogger gerne mal leisten kann. Ich habe also einfach mal die Frauen an Bord gezählt. Mein Ergebnis: 11. Zwei davon Stewardessen, fünf davon eindeutig Touristinnen. Macht also neun weibliche Passagiere, davon vier, die möglicherweise beruflich unterwegs waren. In einer fast vollen 186-Sitzer 737. Nein, ich habe überhaupt keine Ahnung von Flugzeugen, aber 175 Leute kommt für den heutigen Flug in etwa hin, sag ich mal. Auf jeden Fall gebe ich bei den Jungs etwa 15 von ihnen Touristenstatus, der Rest war businessmäßig unterwegs. Den vier Frauen, die im Auftrag des Herrn Chefs unterwegs waren, standen also 151 Geschäftsmänner gegenüber. Macht, fix im Kopf erreichnet, circa 2.6 % Frauen.
Beruflich im Flieger unterwegs sind überwiegend Führungskräfte.


So was kann aber auch nur eine Frau bemerken! Mir fällt das bei jeden Businessflug extrem auf. Meine Kollegen behaupten dann immer, das sei nur mein subjektiver Eindruck.
Besonders toll finde ich ja die schicken Playboyhefte. Wie kann man bitte im anstehenden Termin als Frau gegenüber den meist männlichen Geschäftspartnern noch würdevoll auftreten, nachdem sich der holde Mann davor nackte Frauen angeschaut hat? Nichts gegen Erotik und Sex. Macht ja auch Spass. Aber mit Business hat das wenig zu tun. Aber wäre doch auch komisch, wenn wir Frauen uns näckte Männer vor unseren Terminen reinziehen?
Ahoi